Ammoniakschlupf
Als Ammoniakschlupf wird der Anteil an Ammoniak (NH3) bezeichnet, der eine SCR-Anlage unverbraucht verlässt. Ammoniak entsteht im Abgas aus der eingedüsten Harnstofflösung und soll am SCR-Katalysator vollständig mit den Stickoxiden reagieren. Gelangt mehr Reduktionsmittel in den Katalysator, als dort umgesetzt werden kann, tritt der Überschuss mit dem Reingas aus. Typische Ursachen sind eine zu hohe oder zu träge geregelte Dosierung bei Lastwechseln, eine ungleichmäßige Verteilung des Reduktionsmittels über den Querschnitt, zu niedrige Abgastemperaturen oder ein gealterter Katalysator mit nachlassender Aktivität. Ammoniakschlupf ist geruchsintensiv, kann zusammen mit Schwefeloxiden zu Ammoniumsulfat-Ablagerungen führen und ist selbst ein emissionsrelevanter Stoff. Abhilfe schaffen eine saubere Mischstrecke, eine an Last und Temperatur angepasste Dosierregelung und gegebenenfalls ein nachgeschalteter Ammoniak-Sperrkatalysator. Steigender Harnstoffverbrauch bei gleichbleibender NOx-Minderung ist oft ein erster Hinweis darauf, dass die SCR-Stufe überprüft werden sollte.

