Methan (CH4)
Methan ist ein farb- und geruchloses Gas, das als Hauptbestandteil von Erdgas und Biogas auftritt. In der Abgasreinigung stellt es eine besondere Herausforderung dar, da es ein chemisch sehr stabiles Molekül mit einer hohen Bindungsenergie ist. Um Methan katalytisch zu spalten, sind deutlich höhere Temperaturen erforderlich als für gewöhnliche VOCs, meist im Bereich von 400 °C bis 450 °C. Methan ist zudem ein hochwirksames Treibhausgas (ca. 25-mal klimaschädlicher als CO2), weshalb die Reduktion des sogenannten „Methanschlupfs“ bei Verbrennungsmotoren zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ein erfolgreicher katalytischer Abbau von Methan erfordert spezialisierte Katalysatoren mit hoher Edelmetallbeladung und optimierte Wärmetauscherkonzepte, um den Prozess wirtschaftlich zu gestalten. Aufgrund der hohen benötigten Temperaturen ist der autotherme Betrieb bei Methan schwieriger zu erreichen als bei leichtflüchtigen Lösemitteln. In der industriellen Praxis gilt die Beherrschung der Methan-Oxidation als Beleg für höchste technische Kompetenz in der Katalysatortechnik, da hierbei die Grenzen der thermischen Stabilität des Systems und der katalytischen Aktivität eng beieinander liegen.

