Katalysatorgifte
Als Katalysatorgifte werden Substanzen bezeichnet, welche die aktive Oberfläche des Katalysators blockieren oder dauerhaft zerstören können. Es wird zwischen reversibler und irreversibler Deaktivierung unterschieden. Irreversible Schäden entstehen primär durch Stoffe wie Silikone (Siloxane), Schwermetalle (z. B. Blei, Zink) oder Arsen. Besonders Silikone sind in der Industrie kritisch, da sie bei der Oxidation eine feine Schicht aus Siliziumdioxid (SiO2) bilden, die den Katalysator „verglast“ und die Poren für Schadstoffe unzugänglich macht. Dieser Effekt ist nicht rückgängig zu machen und erfordert den Austausch der Katalysatormodule. Reversible Gifte hingegen, wie Stäube, Rußpartikel oder bestimmte Fette, belegen die Oberfläche lediglich physikalisch. Diese können oft durch thermische Regenerationsprozesse (gezieltes Ausbrennen) oder mechanische Reinigung entfernt werden, um die volle Aktivität wiederherzustellen. Eine sorgfältige Analyse der Abgaszusammensetzung ist unerlässlich, um das Vorhandensein solcher Substanzen frühzeitig zu erkennen. Durch entsprechende Vorfiltrationsstufen oder den Einsatz spezifisch resistenter Katalysatorbeschichtungen kann die Standzeit der Anlage auch in anspruchsvollen Umgebungen gesichert werden.

