Anspringtemperatur (Light-off)
Die Anspringtemperatur, häufig als „Light-off-Temperatur“ bezeichnet, definiert den kritischen Betriebspunkt, an dem ein Katalysator beginnt, Schadstoffe effektiv umzuwandeln. Technisch gesehen ist dies der Temperaturwert, bei dem ein Wirkungsgrad von 50 % erreicht wird; oberhalb dieses Punktes steigt die Reinigungsleistung meist sprunghaft auf über 90 % bis 99 % an. Jede chemische Verbindung besitzt eine spezifische Anspringtemperatur, die von der Beschaffenheit des Katalysators und der Schadstoffkonzentration abhängt. Während Alkohole wie Ethanol bereits bei ca. 200 °C bis 220 °C reagieren, erfordern stabilere Verbindungen wie Methan deutlich höhere Temperaturen von über 400 °C. Für den Anlagenbetreiber ist dieser Wert essenziell, da er die notwendige Vorheiztemperatur der Abluft bestimmt. Die Überwachung der Anspringtemperatur über den Lebenszyklus der Anlage dient zudem als Diagnoseinstrument: Ein Ansteigen der benötigten Temperatur kann auf eine Alterung oder eine Verunreinigung der aktiven Katalysatorflächen hinweisen. Hochwertige Katalysatordesigns zielen darauf ab, diese Temperaturen so niedrig wie möglich zu halten, um die Betriebskosten für die externe Beheizung zu minimieren und eine stabile Reinigung auch bei Lastwechseln zu gewährleisten.

